24.07.2017

UNICEF Report Card 14: Neue Studie zur Situation von Kindern in Industrieländern

Unter dem Titel «Building the Future» veröffentlichte das UNICEF Forschungszentrum Innocenti im Juni 2017 seinen neusten Bericht zur Situation von Kindern in Industrieländern. Die Studie orientiert sich an den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Kindern in der Schweiz geht es vergleichsweise gut, doch der Bericht zeigt auch Defizite auf.

Für den Bericht wurden aus den insgesamt siebzehn Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals SDG) neun für die Untersuchung des Wohlergehens von Kindern und Jugendlichen besonders relevante Kategorien definiert. Anhand verschiedener Indikatoren wurden 41 Industrieländer aus Europa, Nord- und Südamerika sowie Ostasien verglichen.

Jedes fünfte Kind in Industriestaaten lebt in relativer Armut

Der Bericht hebt hervor, dass auch in den reichen Industrieländern Potenzial besteht, die Situation und Lebensumstände von Kindern zu verbessern. In Bezug auf die einzelnen Indikatoren ergeben sich jedoch grosse Unterschiede zwischen den untersuchten Ländern. So lebt im Gesamtüberblick eines von fünf Kindern in relativer Einkommensarmut, wobei dies in Dänemark und Norwegen nur für jedes zehnte, in Israel oder Rumänien hingegen für jedes dritte Kind zutrifft.

Das Ziel, dass kein Kind Hunger erleiden soll, ist gemäss dem Bericht auch in den untersuchten Industrieländern noch nicht erreicht: Durchschnittlich leidet jedes achte Kind in den untersuchten Ländern an Ernährungsunsicherheit, wobei die Lage hier insbesondere in der Türkei und Mexiko prekär ist.

Im Bereich Bildung zeigt sich, dass selbst bei Spitzenreitern, wie Japan oder Finnland, rund ein Fünftel der 15-Jährigen erhebliche Leistungsdefizite in den Bereichen Lesen, Mathematik oder Naturwissenschaften aufweist. Des Weiteren ergaben die zum Thema Gesundheit untersuchten Indikatoren, dass die Anzahl Suizide von Jugendlichen in der Mehrheit der untersuchten Länder in den letzten Jahren zurückgegangen ist.  Gleichwohl  berichtet im Schnitt jede/r vierte Jugendliche,  mehr als einmal in der Woche unter psychischen Beschwerden wie Gereiztheit, Nervorsität oder Schlafstörungen zu leiden.

Die Schweiz schneidet in der Mehrheit der untersuchten Kategorien gut ab

Unter Einbezug aller Kategorien landet die Schweiz auf dem siebten Platz. Auf dem ersten Platz steht Norwegen, gefolgt von Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland und Island.

Die Schweiz schneidet bei der Untersuchung in sieben von neun Kategorien verhältnismässig gut ab, namentlich in den Bereichen «Arbeitschancen» (Platz 2 von 41), «Hunger» (Platz 3), «Kinderarmut» (Platz 5), «Abbau von Ungleichheiten» (Platz 7), «Justiz und starke Institutionen» (Platz 7), «Ausbildung» (Platz 11) sowie «Gesundheit» (Platz 12).

Im Ländervergleich unterdurchschnittlich sind ihre Ergebnisse jedoch bei zwei Zielen: In der Kategorie «Nachhaltige Städte und Gemeinden» liegt die Schweiz aufgrund des Niveaus der Luftverschmutzung in den Städten lediglich auf Platz 27. In der Kategorie «Verantwortungsvoller Konsum und Produktion» liegt die Schweiz nur auf Platz 31. Dies basiert darauf, dass Schweizer Jugendliche gemäss dem Bericht vergleichsweise schlecht über Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen Bescheid wissen.

Unicef Innocenti Report Card 14 – „Building the Future: Children and the Sustainable Development Goals in Rich Countries“, Juni 2017 (als PDF in englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache verfügbar)

Medienmitteilung des Unicef Forschungszentrum Innocenti, 15.06.2017


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