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11.12.2018

Die Eidgenössische Kommission für Kinder und Jugendliche (EKKJ) spricht sich zum 40-jährigen-Jubiläum für mehr Kinder- und Jugendbeteiligung aus

In Beisein von Bundespräsident Alain Berset, bot die Jubiläumsfeier eine Gelegenheit, auf die 40-jährige Arbeit der EKKJ zurückzuschauen und einen Blick auf die Herausforderungen der Zukunft zu wagen. Auch das Netzwerk Kinderrechte überbrachte seine Glückwünsche und referierte über Chancen und Herausforderungen in der Umsetzung der Kinderrechtskonvention (KRK).

Die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) gibt es seit 1978. Ursprünglich nur mit Jugendfragen betraut, wurde ihr Mandat im Zuge der Ratifikation der UN-KRK der Schweiz auch auf Kinder ausgeweitet. Die Arbeit der EKKJ wurde stets von den Strömungen ihrer Zeit geprägt und herausgefordert. Schon kurz nach ihrer Gründung war sie in den 1980er Jahren mit den Jugendunruhen konfrontiert. Und auch heute beschäftigt sich die EKKJ mit Themen, die Kinder und Jugendliche bewegen. Themen wie das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen im digitalen Zeitalter oder sexuelle Gewalt gegen Kinder stehen im Fokus.

Der Jubiläumsanlass bot nicht nur einen Rückblick über 40 Jahre bewegte Geschichte der EKKJ, sondern auch einen Überblick über die Entwicklung der Kinder- und Jugendpolitik in der Schweiz. Bei aller Freude über die vielen Errungenschaften betonten alle Beteiligten, dass es weiterhin noch viel Handlungsbedarf gibt. Der EKKJ-Präsident Sami Kanaan bedauerte, dass Sparmassnahmen betreffend Kinder und Jugendanliegen die Umsetzung der Kinderrechtskonvention erschweren. Gleichzeitig ergeben sich auch viele Möglichkeiten voranzukommen, zum Beispiel im Einbezug von Kindern- und Jugendlichen in Entscheidungen, welche sie betreffen.

Dieser wichtige Punkt griff auch das Netzwerk Kinderrechte auf, welches durch Lea Meister aus dem Vorstand des Netzwerks und Bereichsleiterin Politik bei der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Jugendverbände (SAJV), vertreten wurde. Frau Meister machte in ihrer Rede auf die Herausforderungen in der Kinder- und Jugendpolitik aus der Sicht der Zivilgesellschaft aufmerksam.

Sie betonte, dass in der Schweiz seit der Ratifikation der UNO-Kinderrechtskonvention viele Fortschritte gemacht wurden. Besonders im Bereich der Partizipation von Kindern und Jugendlichen - eines der Hauptanliegen der Konvention - könnte sich die Kinder- und Jugendpolitik in der Schweiz aber noch weiterentwickeln. Das Netzwerk gratulierte der EKKJ in ihrer Vorbildfunktion, den Stimmen von Kindern und Jugendlichen Gehör zu verschaffen.

Frau Meister sprach sich jedoch auch für ein weiterhin starkes Engagement von zivilgesellschaftlichen Organisationen in der Kinder- und Jugendpolitik aus. NGOs können für Kinder und Jugendliche Partei ergreifen und sie befähigen, ihre Interessen in die Politik einzubringen. Kinder und Jugendliche sollen selbst als Akteure für den Schutz ihrer Rechte anerkannt werden. Dies ist zentral im heutigen Kontext, wo sich Angriffe auf die Kinder- und Menschenrechte häufen.

Obwohl die staatliche Mitverantwortung für die Förderung, den Schutz und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen heute kaum mehr in Frage gestellt wird, ist es dem Netzwerk Kinderrechte ein Anliegen, dass sich die Kinder- und Jugendpolitik in Zukunft noch stärker einem kinderrechtsbasierten Ansatz verpflichtet und die Rahmenbedingungen für die Umsetzung der Kinderrechte stärkt.

Weitere Informationen:

·        Medienmitteilung, EKKJ

·        Aargauer Zeitung, 29.11.2018