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11.12.2018

Kinderkonferenz 2018 – Kinder engagieren sich für Kinderrechte - Gastbeitrag von Lea Meister, SAJV

Vom 15. – 18. November 2018 haben sich 61 Kinder aus der ganzen Deutschschweiz im Alter von 10-13 Jahren im Kinderdorf Pestalozzi zur Kinderkonferenz getroffen. Sie haben sich intensiv mit den Kinderrechten beschäftigt und ihre Forderungen an die Politik erarbeitet. An der Abschlusskonferenz am 18. November wurden die Forderungen an die Nationalrätin Rosmarie Quadranti und die KinderlobbyistInnen Yael Bloch, Linda Estermann und Frédéric Mader übergeben, welche sich dafür einsetzen werden, so viel wie möglich davon umsetzen zu können.

Die Kinderkonferenz bietet Kindern Gelegenheit, ihre Rechte besser kennen zu lernen und partizipieren zu können. Sie wird vom Kinderdorf Pestalozzi, der Kinderlobby Schweiz und der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände gemeinsam organisiert. Die Kinderkonferenz hat zum Ziel, Kindern die Möglichkeit zu geben, sich zu den Kinderrechten zu informieren und ihre eigenen Prioritäten zu formulieren. Die Kinder entscheiden partizipativ, was für sie wichtig ist, und werden dabei von PädagogInnen begleitet. Die Kinder entscheiden auch selbst über die Regeln im Kinderdorf und können aus einem Angebot von individuellen und gemeinsamen Freizeitaktivitäten wählen. Ergänzend zur Kinderkonferenz, können sie nachträglich an einem Bundeshausbesuch teilnehmen und die erarbeiten Forderungen mithilfe der OrganisatorInnen, der KinderlobbyistInnen und PolitikerInnen weiterverfolgen.

Im Rahmen der Kinderkonferenz von 2017 hatten die Kinder die zwei Themen „Kinderrechte und Umwelt“ sowie „Kinder im Krieg und Migration“ für die Konferenz 2018 ausgesucht. Zwei Gruppen setzten sich dieses Jahr in entsprechenden Workshops mit diesen Themen auseinander. Eine dritte Gruppe beschäftigte sich mit der Situation der Kinderrechte in der Schweiz und erarbeiteten ihre Anliegen an die Politik. Das Netzwerk Kinderrechte wird diese in das Berichterstattungsverfahren an den UN-Kinderrechtsausschuss zu einfliessen lassen. Diese direkte Beteiligung von Kindern ist für die Schweiz erstmalig und Teil eines Pilotprojekts des Netzwerks zur Kinder und Jugendbeteiligung im Staatenberichtsverfahren.

Im Laufe der vier Tage, hatten die Kinder die Gelegenheit, gemeinsam mehr über die Kinderrechte allgemein herauszufinden. Dabei kristallisierten sich am Schluss klare Forderungen heraus: Die Kinder wollen mehr Mitsprache an Angelegenheiten die sie betreffen – insbesondere in der Schule. Ebenfalls ist ihnen wichtig ist, dass Kinder zu Hause keine Gewalt mehr erleben müssen. Im Umweltbereich fordern sie von der Politik, dass weniger Plastik produziert wird und höhere Steuern auf Palmöl erhoben werden. Des Weiteren betonten die Kinder, dass alle Kinder ihre Kinderrechte wahrnehmen können müssen: dies gilt auch für geflüchtete Kinder, welche ein Recht auf Familie, individuelle Betreuung und auf psychologische Unterstützung haben.

Für das nächste Jahr wählten die Kinder – nebst einer weiteren Konsultation zum Berichterstattungsverfahren an den UNO-Kinderrechtsausschuss - die Themen „Kinderarbeit“ und Kinderrechten im Zusammenhang mit „Neue Medien und Social Media“.

 

Die vollständigen Forderungen der Kinderkonferenz 2018 und weitere Eindrücke finden sich unter:

https://www.pestalozzi.ch/de/was-wir-tun/kinderrechte/kinderkonferenz-2018

 

Lea Meister ist Bereichsleiterin Politik bei der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) und Vorstandsmitglied im Netzwerk Kinderrechte Schweiz.